Die Weiden im Westen Kanadas sind nach dem trockenen heissen Wetter der vergangenen Monate so versengt, dass die Kühe zu wenig Futter finden. Normalerweise frisst das Vieh hier nur Weidegras, doch nun waren die Farmer gezwungen Futter, zuzukaufen. Solche ungeplanten Kosten hatte auch Craig Todd aus Swift Current, Provinz Saskatchewan:  10'000 kanadische Dollar (knapp 7900 CHF) für Futterpellets. Jetzt überlegt sich der Farmer, 50 Kühe zu verkaufen, um durch den Winter zu kommen, wie Bloomberg berichtet. Wenn es nicht bald regnet, befürchten die Farmer wirtschaftliche Probleme.

Bestand schrumpft

Kanada ist der sechstgrösste Rindfleischexporteur der Welt. Die Dürre in den südlichen Prärieprovinzen bedeutet wohl das Ende der Erholung der dortigen Rindviehproduktion. Vor mehr als einem Jahrzehnt litt der Bestand bereits wegen BSE-Fällen, darauf folgten Überschwemmungen und Arbeitskräftemangel. 2015 erreichte die Rindviehpopulation ein 22-jähriges Tief.

Eigentlich war erwartet worden, dass sich der Bestand nun leicht erholen würde. Doch durch die Dürre sind die Heupreise um 200 kanadische Dollar (157 CHF) je Tonne gestiegen. Einige Farmer werden noch mehr Tiere verkaufen müssen, um Kosten zu sparen. Das überlegt sich laut Bericht auch Craig Todd.

jw