Am 8. März 1911 wurde in den USA zum ersten Mal ein Tag der Frauenrechte ausgerufen. 2018, also 107 Jahre später, müssen sich Frauen weltweit nach wie vor für ihre Rechte einsetzen. Auch Frauen, die im ländlichen Raum wohnen und in der Landwirtschaft arbeiten, müssen für ihre Gleichstellung einstehen und diese selber einfordern. Der diesjährige CSW62 Kongress in New York ist den spezifischen Problemen und Bedürfnissen der Frauen im ländlichen Raum gewidmet. Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) nimmt dieses Mal mit seiner Co-Geschäftsführerin Kathrin Bieri als Teil der offiziellen Schweizer Delegation am UN-Frauen-Kongress teil.

Soziale Absicherung muss besser werden

Ein wichtiges Anliegen für den SBLV sei die Verbesserung der sozialen Absicherung von familieneigenen Mitarbeitenden von selbständig Erwerbenden. Deren Ehefrauen und Partnerinnen stellen einen grossen Anteil der mitarbeitenden Familienmitglieder.

Im 2016 waren von den insgesamt 153'359 in der Landwirtschaft beschäftigten Personen 36% Frauen (55'649), wovon 45'693 familieneigene. Lediglich 6% der Frauen (2'982) leiten einen landwirtschaftlichen Betrieb. 16% der Partnerinnen von Betriebsleitern sind auf dem landwirtschaftlichen Betrieb selbständig erwerbend und 15% erhalten einen Lohn.

Die Mehrheit der Partnerinnen (56%) wird für ihre Arbeit auf dem Betrieb nicht entlöhnt. Damit die Landwirtschaft als attraktives Umfeld für Beruf und Familie in der modernen Gesellschaft wahrgenommen werden kann, müssten mitarbeitende Familienmitglieder in Zukunft eine verbindliche soziale Absicherung erhalten.

Mehr Frauen in die Politik und in Organisationen

Ein weiterer Fokus des SBLV liegt in der Erhöhung der Partizipation von Frauen in landwirtschaftlichen Gremien und Organisationen, wo die Frauen bis anhin stark untervertreten sind. Frauen in Entscheidungsgremien können die Situation der Frau stärken und die Gleichstellung verbessern und tragen gleichzeitig zu ausgewogeneren Entscheiden bei

Gerne wird moniert, dass wir hierzulande schon lange Gleichstellung leben würden. Im Detail und in der Realität sieht das etwas anders aus. Spätestens mit der Geburt des ersten Kindes ändert sich für Mütter einiges. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stelle nach wie vor eine grosse Herausforderung dar, schreibt der SBLV. Bessere Rahmenbedingungen, Tagesstrukturen und Teilzeitstellen seien nur einige Punkte, wo Verbesserungen angestrebt werden müssten.

Nach wie vor seien wir bei der Entschädigung für Arbeitsleistungen weit von einer Gleichberechtigung entfernt. Immer noch seien zum Beispiel 10% der Lohnunterschiede nicht erklärbar. Auch dieses Thema soll weiterhin auf der Agenda des SBLV bleiben.

pd/BauZ