Die Forschungsanstalt Agroscope hat im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) untersucht, wie die Ernährung der Schweizer Bevölkerung aussähe, wenn die Umweltbelastung reduziert würde. Dabei sollten aber die Ernährungsempfehlungen aus der Lebensmittelpyramide berücksichtigt werden.
Auch den landwirtschaftlichen Gegebenheiten sollten die Forscher Rechnung tragen: Ein grosser Teil der landwirtschaftlichen Flächen in der Schweiz lässt sich am effektivsten als Grasland für die Tierhaltung und -ernährung nutzen.
Belastung auf die Hälfte reduzieren
Gemäss den am Dienstag veröffentlichten Ergebnissen könnten die Umweltauswirkungen der Ernährung unter all diesen Voraussetzungen um über 50 Prozent gesenkt werden. Die Reduktion der unerwünschten Umweltbelastungen sei auch ohne vegane oder vegetarische Ernährung möglich, schreibt das BLW.
Allerdings müsste der Verzehr von Fleisch in der optimierten Ernährung deutlich reduziert werden, in Kalorien ausgedrückt um 70 Prozent. Weitere Merkmale einer ressourcenschonenden Ernährung sind ein grösserer Anteil an Getreide, Kartoffeln oder Hülsenfrüchten sowie an Ölen oder Nüssen.
Milch weniger schlimm als Fleisch
Der Milchkonsum würde mit Blick auf die landwirtschaftlichen Gegebenheiten beibehalten. Die Unterschiede der Umweltwirkungen von tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln seien gross, wobei Milch deutlich günstiger abschneide als Fleisch, hält das BLW fest.
Deutlich gesenkt werden könnte die Umweltbelastung auch durch die Vermeidung von Nahrungsmittelverlusten im Haushalt. Wer sich nach diesen Regeln ernährt, lebt nicht ungesund: Mit der optimierten Ernährung wären die Abweichungen von den Empfehlungen laut dem BLW geringer als mit der aktuellen.
Weniger Schweine und Rinder
Für die Landwirtschaft würde die Umstellung bedeuten, dass die Ackerfläche vermehrt für den Anbau pflanzlicher Nahrungsmittel genutzt würde. Die Tierbestände würden stark zurückgehen, insbesondere jene der Schweine, des Geflügels, der Mutterkühe und der Grossviehmast.
Die Grünlandflächen würden weiterhin Futter für die Milchproduktion liefern, während Sojaschrot aus der Fütterung verschwinden würde. Durch den verminderten Bedarf an Nahrungs- und Futtermittelimporten wäre der Selbstversorgungsgrad deutlich höher.
Die Analyse zeige insgesamt, dass die heutige Situation vom Optimum einer umwelt- und ressourcenschonenden Ernährung weit entfernt sei, schreibt das BLW. Das Potenzial für Verbesserungen sei gross. Es sei jedoch nicht vorgesehen, im Bereich der Ernährung lenkend einzugreifen. Primär solle auf die Sensibilisierung der Konsumenten und Wirtschaftsakteure gesetzt werden.
sda