Die Basisorganisation für einen fairen Milchpreis (BIG-M) fordert einen Systemwechsel, was die Milchpreisgestaltung im Milchmarkt anbelangt. Der Milchpreis müsse auf der Grundlage der Produktionskosten berechnet werden und am Markt auch umgesetzt werden. Sie fordert von der Branchenorganisation Milch (BOM), dass in einem ersten Schritt der Richtpreis für A Milch für das nächste Quartal um 9 Rappen angehoben wird, wie BIG-M in einer Mitteilung bekannt gibt.

Molkereipreisindex steigt - Richtpreis verharrt

Der Molkereimilchpreisindex des BLW steige seit Monaten an, so BIG-M - der Richtpreis für A Milch dagegen verharre seit mehr als einem Jahr bei 73 Rappen. Durch steigende Energiepreise würden auf der ganzen Welt die Preise für Milchprodukte teurer werden, wobei BIG-M vermutet, dass viele Lebensmittelkonzerne die Gunst der Stunde nutzen und im Schatten steigender Energiepreise ihre Margen verbessern. «Die Milchviehbetriebe brauchen jetzt ein klares Zeichen, damit sie die weitere Zukunft planen können», heisst es in der Mitteilung.

Entscheid fällt Anfang März

BIG-M habe bei einigen Betrieben nachgefragt und stellt fest: Allein die gestiegenen Preise für Futter und Energie verteuerten die Milchproduktion um gut 3 Rappen pro Liter. Die BOM müsse sich jetzt definitiv bewegen, so BIG-M. Sie könne es sich nicht mehr leisten, «einfach zuzuschauen, wie der Milchproduktion in der Schweiz die Luft ausgeht». Und doppelt nach: «Die lächerlichen zwei bis drei Rappen, welche die einzelnen Grossverteilern für die geforderten höheren Standards drauflegen helfen da gar nichts. Sie sind durch die höheren Kosten bereits wieder weggefressen. Der Mehraufwand für höhere Standards bleibt wieder einmal bei den Bauernfamilien hängen.»

Der Entscheid über den Richtpreis für A-Milch fällt am 2. März 2022, wo sich sich der Vorstand der BOM zur Sitzung trifft.