Die Betriebsgemeinschaft von Ueli Schaufelberger und seinem Bruder Martin Schaufelberger war am 19. April Schauplatz der Presseveranstaltung der Migros. Sie stellte ihre «nachhaltige Milch» der Öffentlichkeit vor. Sie garantiert dem Kunden, dass er zufünftig in der Migros nur Milch kauft, welche einen Katalog von Tierwohl- und Nachhaltigkeitskriterien erfüllt.

Kriterien sind nicht erstaunlich hoch

Insbesondere hebt die Migros hervor, dass die Milchkühe mindestens zur Hälfte mit Wiesen- und Weidefutter versorgt werden. Dass Soja nur aus nachhaltiger Produktion verwendet werden darf, und dass jeder Milchproduzent seinen Beitrag zur Förderung der Biodiversität leisten soll.

Gutes Verhältnis zu Abnehmern

«Wir machen bei diesem Programm schon vorzeitig mit, um unseren Abnehmer, die Molkerei Neff, zu stärken», sagt Ueli Schaufelberger. Die Molkerei Neff produziert ADR-Milchprodukte für die Migros. Auch als Drittproduzent müssen ihre Milchlieferanten dem Nachhaltigkeits-Programm beitreten. Ueli und Martin Schaufelberger pflegen eine sehr enge Partnerschaft zur Molkerei Neff.

Bisher kein Geld, dafür Planungssicherheit

Für den Betrieb Schaufelberger bedeutet das Programm auch keine Änderung der Produktionsabläufe. Alle Kriterien der Migros sind schon erfüllt. Sie verdienen im Moment auch nicht mehr durch das Programm. Die Migros liess an der Presseveranstaltung verlauten, dass ab 2019 ein Nachhaltigkeits-Bonus pro Liter Milch an die Bauern gehen soll. Allerdings hat sie die Höhe dieses Beitrags noch nicht bestimmt. Auch die teilnehmenden Bauern wissen nicht, was finanziell aus diesem Programm für sie herausspringt. Konkreter Vorteil für den Betrieb Schaufelberger sowie alle Produzenten ist, dass die Migros neu 5-Jahres-Verträge für die Abnahme abschliesst. Ueli Schaufelberger freut sich darüber: «Dank dieser Neuerung konnten wir jetzt auch mit der Molkerei Neff einen 5-Jahres-Vertrag vereinbaren. Das gibt uns Planungssicherheit.»

Anmeldung für IP-Suisse Biodiversitätspunkte

Bedingung für die Teilnahme im Versuchsjahr 2018 war eine Anmeldung bei der IP-Suisse. Die Familien Schaufelberger erfassten ihre Biodiversitäts-Massnahmen. Da sie aber Teil des Vernetzungsprojekts in Rüti ZH sind, bereits eine Bach-Renaturierung durchgeführt haben und einen Obstgarten pflegen, waren auf Anhieb genug Punkte für diesen Katalog erfüllt.

Erfolgreiche Milchproduktion

Die 50 Milchkühe der Betriebsgemeinschaft Schaufelberger sind in einem Laufstall und liefern eine Durchschnittsleistung von 8500 kg im Jahr. Der Laufstall steht bereits seit Mitte der 90er-Jahre. Zum Betrieb gehören 42 ha LN. Ueli Schaufelberger gibt zu bedenken: «Wo wir Verbesserungspotenzial sehen auf unserem Betrieb, ist der Antibiotika-Verbrauch. Da müssen wir selektiver werden. Allerdings ist jede Kuh, die nach der Galtzeit nicht gut startet, eine Kuh zuviel.» Die Brüder wollen aber Erfahrungen mit Alternativen sammeln.

Nadine Baumgartner