Andreas Utzinger aus Schleinikon ZH entscheidet den 6. Schweizer Melkwettbewerb für sich. Auf Platz zwei folgt ihm Simon Bach aus Turbach BE, und mit hauchdünnem Rückstand landet Christian Spöhl aus Engwang TG auf dem dritten Platz. Alle drei gewinnen eine Reise an die Eurotier-Ausstellung im November 2018 in Hannover (DE). Ausserdem dürfen die zwei Erstplatzierten Ende April am europäischen Länderwettkampf im Melken in Niedersachsen (DE) teilnehmen.
Finale war am 18. Januar
Diese drei Erstplatzierten setzten sich am 18. Januar im Finale des Melkwettbewerbs am Agrovet Strickhof in Lindau ZH gegen ihre fünf Mitbewerbenden durch. Vor dem Finale mussten sie sich zuerst in zwei regionalen Vorausscheidungen aus 21 Teilnehmenden für den Finaldurchgang qualifizieren. Gute Punktzahlen in allen Teilbereichen des Wettbewerbs waren notwendig, um auf die ersten Plätze zu kommen. Die Organisatoren des seit 2007 jedes zweite Jahr durch- geführten Schweizer Melkwettbewerbs – die Schweizer Milchproduzenten (SMP), das DLG- Büro Schweiz, der Strickhof und Profi-Lait – sind überzeugt, dass zum Siegen mehr nötig ist als Wettbewerbserfahrung oder das berühmte Quäntchen Glück. Denn die Anforderungen sind hoch, und nur wer das Handwerk des Melkens wirklich versteht und auch theoretisches wie technisches Wissen mitbringt, gelangt am Melkwettbewerb in die vordersten Ränge. Die Teilnehmenden des Finales absolvierten zuerst einen Theorietest, bevor sie im Auto-Tandem-Melkstand vier Kühe melken mussten. Dabei wurden sie von den beiden Experten René Rutz von der Bamos und Karoline Margreitter vom Strickhof genauestens beobachtet. Beim anschliessenden Schalmtest ging es um die korrekte Durchführung des Tests und die Beurteilung der Milchqualität.
Viele Bewertungskriterien
Bewertungskriterien im Melkstand waren unter anderem die Handhabung des Melkzeugs, der Umgang mit den Tieren, das Auftreten und die Melkhygiene sowie die Melkleistung an sich. Diese konnte mit einem Vergleich zum «Referenzmelken» derselben Kühe am Vortag ermittelt werden. Ein weiteres Kriterium war die Reinheit der Milch, die mit einem einfachen Filter gemessen werden kann. Damit wird schnell deutlich, dass Melken heutzutage viel mehr bedeutet als bloss die Milch von der Kuh abzusaugen! Heute ist der Melker neben Kuh-Kenner auch technikversiert und er muss Managementkenntnisse mitbringen. Nur wer dieses «Multitasking» beherrscht, kann das hochwertige Lebensmittel Milch in Weltklasse-Qualität produzieren, 365 Tage pro Jahr, zweimal am Tag! Diese grosse Leistung gilt es immer wieder hervorzuheben – und dies ist eines der Ziele des Schweizer Melkwettbewerbs. Die knappen Abstände in der Rangliste zeigen das hohe Niveau der Finalisten – nur wer in allen Disziplinen ein Top-Resultat erreichte, hatte eine Chance auf die vorderen Ränge. Die Sieger werden heute Freitag im Rahmen des Milchforums von SMP/VMMO ausgezeichnet und dürfen ihre Preise entgegennehmen.
Franz Sutter, Profi-Lait und Rahel Burkhalter, OK Melkwettbewerb