Damit hat sich die Abnahmerate im Vergleich zu den Vorjahreserhebungen abgeflacht. Das war aber zu erwarten, denn bei der ersten Erhebung im Jahr 2011 lag die Menge noch bei 1706 t; sie ist seitdem um 973 t oder 57,0% gesunken.

Bei den Antibiotika, die eine besondere Bedeutung für die Therapie beim Menschen haben, war laut BVL gegenüber 2016 allerdings ein Anstieg zu verzeichnen. So nahm die Menge in der Wirkstoffklasse Fluorchinolone um 556 kg auf rund 9,9 t zu, womit der Basiswert von 2011 um gut 20 % übertroffen wurde. Bei Polypeptidantibiotika, darunter Colistin, erhöhte sich die Abgabemenge im Vorjahresvergleich um 4,7 t auf 74 t; sie wurde allerdings in den vergangenen sechs Jahren insgesamt um 42% reduziert. Den Hauptanteil der 2017 an die Veterinäre verkauften Antibiotika bildeten wie in den vergangenen Jahren Penicilline mit 269 t und Tetrazykline mit 188 t. Regional wurden mit Abstand die meisten Antibiotika mit rund 300 t im Posteilzahlenbezirk 49 im Landkreis Osnabrück erfasst.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wies darauf hin, dass jüngst die Arbeitsgruppe „Antibiotikaresistenz“ ein Lagebild zur Antibiotikaresistenz im Bereich Tierhaltung und Lebensmittelkette erarbeitet und veröffentlicht habe. Darin würden die Daten für den Zeitraum 2011 bis 2017 zu den Abgabemengen, Kennzahlen des nationalen Antibiotikaminimierungskonzeptes und Resistenzraten gebündelt. Der Lagebericht zeige erstmals zusammenfassend, „wo wir bei Antibiotikaeinsatz und Resistenzentwicklung bei Tieren und in der Lebensmittelkette stehen“. Der Trend sei positiv, und das deutsche Antibiotikaminimierungskonzept zeige Wirkung, betonte Klöckner. Denn seit 2011 habe sich die an Veterinäre abgegebene Menge von Antibiotika deutlich verringert.

AgE