Von guter Luft im Schweinestall träumt wohl jeder Schweinehalter. Beim CNF-Schweinezüchter Bernhard Steiger aus Büron LU entspricht dies der Realität. Als er einen neuen Stall baute, stand vor allem das Lüftungssystem im Mittelpunkt.
Abgeschlossene Bereiche
2016 konnte der Meisterlandwirt Bernhard Steiger seinen neuen Schweinstall beziehen. Geplant, realisiert und gebaut von der Firma Krieger AG in Ruswil LU. Der Stall zeichnet sich durch eine sehr gute Wärmedämmung aus. 85 Mutterschweine plus die Ferkel und die Jager sind im neuen Stall untergebracht. Aufgeteilt nach Galtsauen, Muttersauen und Jager ist der Stall jeweils in abgeschlossene Bereiche gegliedert. Das Abferkeln erfolgt in Zwölfer-Gruppen und die Jager werden mit 25 kg für die Mast weiterverkauft. «Die Wärmebedürfnisse, die Raumtemperatur und die Luftzufuhr sehen bei jeder dieser drei Gruppen anders aus», hält der Betriebsleiter fest. Mit der neuen Lüftung könne er dies jetzt genau steuern und regulieren. Denn die Schweine mögen es weder zu heiss, zu kalt und Durchzug vertragen sie überhaupt nicht.
Nicht nur draussen vor dem Stall, sondern auch drinnen, herrscht eine angenehme Luftqualität. Rein gar nichts von stickigem «Schweinegestank». «Beim Neubau haben wir unter dem Stall extra einen Hohlraum gebildet. Hier holen wir die Zuluft in den Abferkelstall und für die Jager her», erklärt Markus Bucheli, Projektleiter Schweine bei der Krieger AG. Dank dem Wärmeaustausch mit dem Erdreich sei die Zulufttemperatur deutlich tiefer als die Aussentemperatur. «Die Frischluft, die aus dem Hohlraum (Unterflurlüftung) unter der Bodenplatte angesaugt wird, gelangt via Schächte in den Stall», zeigt Reto Wechsler, Leiter Klimatechnik bei der Krieger AG auf. Die Abluft verlasse dann den Stall jeweils durch ein Kamin mit Ventilator. «Unter dem Kamin ist ein mechanischer Schieber befestigt, der zusätzlich zur Lüfter-Drehzahlregelung eine Drosselung der Lüftungsrate ermöglicht», sagt Wechsler. Dank einem erzeugten Unterdruck im Stall funktioniere die Luftzirkulation einwandfrei.
Frischluft aus dem Hohlraum
Anders sieht es im Jagerstall aus. Hier wird die Frischluft aus dem Hohlraum in den Dachraum angezogen. Über Decken-Zuluft- Ventile gelangt sie in den Stall. Da der Jagerstall am nächsten vom Wohnhaus steht, wird hier die Luft in einem Abluftkanal gesammelt und zentral durch einen Kamin abgeführt. Auch bei den Neugeborenen wird nichts dem Zufall überlassen. Bei jedem einzelnen Ferkelnest ist dank einer Heizplatte unter dem isolierten Deckel die Temperatur regulierbar. 33 Grad sind es bei der Geburt. Je älter die Ferkel werden, desto tiefer wird die Temperatur automatisch abgesenkt.
Positiv auf die Gesundheit
«Seit die Schweine im neuen Stall sind, hat sich dies auf die Gesundheit und vor allem auch auf die Leistung stark ausgewirkt», sagt der Betriebsleiter. So seien die Tageszunahmen bei den Jagern nach oben geschnellt und auch der Antibiotikaeinsatz konnte drastisch gesenkt werden. Aber eines hält der Schweinprofi ausdrücklich fest: «Es nützt nichts, die beste Lüftung zu installieren, wenn man den Schweinestall nicht sauber hält und den Mist tagelang liegen lässt.»
Auch bei grösster Hitze steigt jetzt die Stalltemperatur wegen dem durdachten Lüftungssystem nicht mehr über 28 Grad. Und dank der Anwärmung der Zuluft im Hohlraum genügen die Tierwärme und die Ferkelnestheizungen, um die Raumtemperatur auch in der kältesten Periode über 13 Grad zu halten, ohne dass der Stall zusätzlich geheizt werden muss. «Wir sind mit dem neuen Stall mehr als zufrieden», sagt Bernhard Steiger bestimmt. Und trotz dem «turbulenten» Schweinemarkt schaut der Meisterlandwirt zuversichtlich in die Zukunft.
Peter Fankhauser