Wie aus vorläufigen Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervorgeht, wurden in den 13 Mitgliedstaaten, in denen es eine Sommerzählung gibt und die gut 90% des EU-Gesamtbestandes repräsentieren, im Mai beziehungsweise Juni 2018 insgesamt 80,73 Millionen Rinder gehalten; das waren fast 848 000 Stück oder 1,0% weniger als bei der vergleichbaren Vorjahreserhebung. Der Milchkuhbestand blieb dabei allerdings knapp stabil.

Zu einem überdurchschnittlich starken Bestandsabbau kam es den Luxemburger Statistikern zufolge beim Jungvieh unter einem Jahr, dessen Zahl sich im Vorjahresvergleich um 500 000 Tiere oder 2,0% verringerte. Mehr als die Hälfte dieser Tiere stammte aus der Kategorie „männliche Kälber nicht zur Schlachtung vorgesehen“, die später normalerweise in die Mast gehen. Diese dürften mittelfristig den darauf spezialisierten Betrieben fehlen. Bei den männlichen Rindern ab einem Jahr war dagegen kein Rückgang der Tierzahlen festzustellen.

Bei den weiblichen Rindern ging der Bestand an Färsen zwischen einem und zwei Jahren im Vergleich zum Frühsommer 2017 um 223 000 Tiere oder 2,0% auf 11,17 Millionen Stück zurück. Bei älteren Färsen wuchs dagegen die Population um 0,9% auf 5,77 Millionen Tiere.

Mutterkuhherde stärker geschrumpft

Die Zahl der Kühe insgesamt verringerte sich in den Ländern mit Erhebung binnen Jahresfrist um 186 000 Tiere oder 0,6% auf 31,77 Millionen Stück. Während dabei die Milchkuhherde nur um 0,1 % auf 20,78 Millionen Tiere rückläufig war, verringerte sich die Mutterkuhpopulation um 1,4 % auf 10,99 Millionen Stück.

Die grössten Rinderhalter in der Europäischen Union - Frankreich und Deutschland - verzeichneten laut Eurostat einen überdurchschnittlichen Abbau ihrer Rinderbestände, nämlich um 2,4% beziehungsweise 2,2%. Die Milchkuhherde war dabei in beiden Ländern jeweils nur halb so stark rückläufig. In den Niederlanden ging die Zahl der gehaltenen Rinder um 4,4% EU-weit am deutlichsten zurück, während die Produzenten in Italien, Polen und Spanien ihre Bestände um 0,8% bis 2,1% aufstockten.

AgE