Nach der Ausgabe des Marché Concours, Saignelégier JU, im vergangenen Jahr kursierten in den sozialen Medien ein Video und Bilder eines Fohlengespannes (wir berichteten). Diese lösten Wut und Unverständnis aus. «Nach der Aufregung, die die Bilder geweckt haben, entschied das Komitee der Veranstaltung, dieses Jahr zugunsten der Beschwichtigung aufzugeben.» Dies schreibt das welsche Regionalradio «RFJ» mit Sitz in Delémont auf seiner Internetseite. Es beruft sich dabei auf eine Meldung des welschen Nachrichtendienstes «ats». 

Das Eidgenössische Kompetenzzentrum Equiden lehne diese Praxis ab, heisst es weiter. «Der Einsatz solcher jungen Pferde im Team während einer Demonstration und in Ermangelung ihrer Mutter erscheint uns nicht angemessen oder vertretbar», schreibe das Kompetenzzentrum in einem Bericht. Angesichts eines solchen Aufschreis beschloss das Komitee des Marché-Concours, während der Sonntagsprozession, einer jahrzehntelangen Tradition der Veranstaltung, vorübergehend auf die Einstellung von vier Fohlen zu verzichten.

«Fohlen ertragen das»

Der Präsident des Marché-Concours Gérard Queloz erkennt gegenüber dem Regionalradio «RFJ» an, «dass Fohlen etwas gestresst sind, die zum ersten Mal eingespannt werden.» Aber das komme auch bei ausgewachsenen Tieren vor, dass sie sich nicht auf Anhieb einspannen liessen, relativiert er. Weiter schreibt das Radio, dass der erfahrene Züchter Jean-Louis Beuret  Ende Mai in der «La Tribune de Genève» gesagt habe: «Wenn diese Tradition fällt, geht das viel zu weit. Diese Fohlen sind für ein oder zwei Stunden von ihrer Mutter entfernt; sie können das ertragen.» 

aw