Am Dienstagmorgen hat die ASR in Zollikofen aufs verstrichene Jahr zurückgeblickt. Der scheidende Direktor Pascal Monteleone erklärte in seinem Jahresbericht, die Diskussion um das revidierte Ausstellungsreglement sei das "heisse Dossier" 2017 gewesen. Die ASR hatte gegen Ende Jahr aufgrund der Euterstudie Steiner neu vorgeschrieben, dass an den grossen Schauen Ödemkontrollen mit Ultraschall durchgeführt werden.
Schwierige Umsetzung des neuen Reglements
Laut Monteleone hätten sich die Umsetzung der Kontrollen und die Sanktionierung als schwierig erwiesen. Gleichzeitig plane die zuständige Arbeitsgruppe der ASR bereits eine weitere Anpassung des Reglements. Monteleone spielte damit auf die Diskussion um das Collodium-Verbot an. Ein solches wird aufgrund hohem Druck der Verarbeiter erwogen.
Zur Ausstellungsdiskussion äusserte sich auch Präsident Andreas Aebi. In Anspielung auf die laufende Fussball-WM erklärte er, dass die ASR im Ausstellungsbereich "unbedingt Freistösse braucht". Es könne nicht sein, "dass wir in Konsumentensendungen mit populistischem Stil wie 'Kassensturz' und 'Espresso' langsam Dauergäste werden und unsere Leidenschaft schöne Kühe plötzlich Risse bekommt.
Er wehre sich mit Vehemenz für eine produktive Leistungszucht. Entgegen den Behauptungen in der der nichtlandwirtschaftlichen Öffentlichkeit habe die Hochleistungskuh mit entsprechendem Management absolute Berchtigung, sagte Aebi.
BLW will Produktion, Erhaltung und Vitalität
In den weiteren traktandarischen Geschäften wählten die Delegierten Reto Grünenfelder, Direktor von Braunvieh Schweiz, den Braunviehzüchter Hugo Abt aus Rottenschwil AG sowie den neuen Direktor Michel Geinoz von Holstein Switzerland zu neuen Verwaltungsmitgliedern der ASR. Geinoz wird auch neuer ASR-Direktor. Sie ersetzen Franz Winterberger, Philippe Gruet und Pascal Monteleone.
Im Anschluss an die Versammlung präsentierte Adrian Aebi, Vizedirektor im Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) die kürzlich veröffentlichte neue Zuchtstrategie des Bundes. Die wichtigsten Ziele des Bundes sind Nahrungsmittelproduktion, Erhaltung bewährter Rassen und "eine auf Vitalität im ländlichen Raum ausgerichtete Zucht". Zu den Zielen erklärte Aebi unter anderem, dass der Bund unter anderem das Image der Rindviehzucht steigern wolle, dafür müssten die Züchter unter anderem die aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen besser berücksichtigen.
akr